Mal ganz was anderes…
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Yolanda-Der große Test

08. November 2013, Philippinen. Es war ein regnerischer Nachmittag. Während Taxifahrer und einfache Arbeiter in einem Restaurant in einer Seitenstraße ihr Mittagessen verzehrten, informierte der lokale Fernsehsender GMA7 darüber, dass er den Kontakt zu der Nachrichten-Crew verloren hatte, die die wütenden Kräfte des Taifuns Haiyan (auf den Philippinen Yolanda genannt) aufzeichnen sollte. Wie auf ein Stichwort begann jeder, nach seinem Handy zu suchen, einige telefonierten im Notrufstil mit ihren Verwandten aus den ländlichen Regionen, die meisten waren jedoch mit dem Verfassen von SMS beschäftigt. Die Reaktionen waren verständlich, da die Philippinos schon zwei Tage bevor der Taifun das Land erreichte, vor den bis zu 300 km/h starken Winden gewarnt worden waren. Die Information kam von der angesehenen japanischen Wetteragentur „Honkong Observatory” und der „China Meteorological Administration”. Von der lokalen Wetterbehörde bestätigt, wurde die Nachricht von lokalen Medien weitergegeben.

Am späten Abend dieser verhängnisvollen Nacht wurden in allen Abendnachrichten die am Morgen aufgenommenen Bilder der durch Haiyan zerstörten Gebäude und getöteten Menschen gezeigt. Durch sein Wüten rüttelte er am Glauben der Menschen; Videos zeigten Leute, die nicht nur den Namen Gottes anriefen, sondern auch ihr Schicksal in seine Hände legten. Selbst Medienvertreter sah man Gebete murmeln, während sie ihrer Arbeit nachgingen.Laut offizieller Regierungsdaten lag die Zahl der Toten bei über 6.300. 28.689 Menschen wurden verwundet und 1.061 gelten immer noch als vermisst. Beamte vor Ort gaben jedoch an, dass die Anzahl der Todesopfer bei 10.000 liegen könne, da einige Leichen von der zurückweichenden Flut mit-genommen worden sein könnten und ihre Körper deshalb nicht geborgen wurden. Es wird geschätzt, dass insgesamt 13 Mio. Menschen bzw. 7,8 Prozent der Bevölkerung von den Schäden betroffen sind.                                 

Das alles ist über ein Jahr her. Während ich dies schreibe, hat die Regierung für ungefähr 1,5 Millionen Familien (um genau zu sein 1.473.251 – Referenz http://www.gov.ph/crisis-response/updates-typhoon-yolanda/) gerade mal 1.252 Wohneinheiten gebaut und diese Einheiten können jeweils nur Familien von fünf Personen beherbergen. Sie decken rund 9% des tatsächlichen Bedarfs, der Rest der Familien lebt immer noch in Zelten. Es ist, als würde ein Sack Salz in eine blutende Wunde geschüttet, für einen Schwächling genug, um einfach aufzugeben, für diese Überlebenden jedoch nicht. Sie trauern immer noch, haben aber gelernt, ihr Schicksal anzunehmen und nach vorne zu schauen. Obwohl nichts mehr auf den Feldern steht und dadurch auch keine Einkommensquelle in Sicht ist, haben diese philippinischen Überlebenden ihre Hoffnung bewahrt. Nicht nur ein Ortsansässiger hat während eines Fernsehinterviews am 8. November 2014 seiner Dankbarkeit denen gegenüber zum Ausdruck gebracht, die Instrument der Liebe Gottes geworden sind.

Örtliche Regierungseinheiten, internationale Spender sowie Nichtregierungsorganisationen von nah und fern sammelten Spenden und investierten sogar eigene Zeit, um beim Bau von provisorischen Unterkünften und Schulen zu helfen. Im gleichen Interview zeigte sich ein Vater von vier Kindern angesichts des Verlusts seiner ganzen Familie Gott gegenüber dankbar; nicht, weil sie ihm mit seiner Frau zusammen genommen wurden, sondern weil er überzeugt davon ist, dass sie jetzt sicher und in Frieden bei Gott sind. Als der Taifun die Insel traf, hatte er weit weg von ihnen gearbeitet. Er berichtete, vorher ein nicht-praktizierender Katholik gewesen zu sein. Jetzt arbeitet er mit kräftigen Männern der Insel daran, die „Palo Metropolitan Cathedral“ wieder aufzubauen, da auch sie nicht vom Wüten des Taifuns verschont wurde.

Viele von uns kennen den Ausdruck „Wenn Gott eine Tür schließt, dann öffnet er ein Fenster.” Doch manchmal öffnet er nicht nur ein Fenster, sondern er reißt das Dach von dem, was wir für möglich gehalten haben, herunter und ebnet den Weg für etwas viel Besseres. Der Autor hatte die Gelegenheit, vor zwei Tagen mit einer Kollegin namens Jesusa Madrigal zu sprechen. Sie arbeitet in Manila und ihre Familie wohnt in Leyte. Als sie gefragt wurde, ob ihre Familie Hass auf das, was ihnen geschehen ist, empfindet, verneinte sie. Sie hätten gelernt, alles Gott hinzugeben. Ob der Grund dafür sei, dass keiner ihrer Familienmitglieder starb? Darauf antwortete sie umgehend: „Wir haben Freunde, Nachbarn und entfernte Verwandte verloren, wir haben unser Haus und unsere Einkommensquelle eingebüßt, ist das nicht Grund genug, um sich im Stich gelassen zu fühlen? Trotzdem haben wir uns nicht von Gott abgewendet. Wir wissen, dass er Gründe hat, um das Geschehene zuzulassen.“ Ob sie von etwas Gutem erzählen könne, das nach der Tragödie passiert ist? „Mein Bruder, der normalerweise nur zu Beerdigungen in die Kirche geht, besucht den Gottesdienst jetzt regelmäßig. Es war uns vergönnt, für zwei Monate hier in Manila zusammen zu sein. Am wichtigsten ist, dass unser Vertrauen in Gott trotz der Tragödie nicht ins Wanken geraten ist.“

Diese Beispiele zeigen, wie der Glaube von fast 13 Millionen Philippinos geprüft wurde und wie sie die Prüfung genauso wie Hiob bestanden haben. Im Buch Hiob geht es um viel mehr als um Leid und Gottes Gerechtigkeit. Hiob bekräftigte, dass Gott egal was passiert immer noch Gott bleibt und er unserer Liebe, Ehrfurcht und Anbetung zu jeder Zeit würdig ist. Darin bestand die Prüfung Hiobs und er hat sie bestanden. Durch seine bleibende Treue rechtfertigte er sich selbst und Gott. Hiob zeigte, dass es Menschen möglich ist, Gott bedingungslos zu lieben. Die Überlebenden auf den Philippinen ahmen Hiobs Glauben und sein Vertrauen in Jesus nach. Leid und Strapazen bringen geistliche Bereicherung und bauen die Beziehung zwischen uns und Gott (2. Korinther 12,7-10).

Der Autor weiß, worüber er schreibt, weil er für fünf harte Monate seine eigene Hiobs-Prüfung abgelegt hat, als seine Frau wegen eines Gehirnschlags ins Krankenhaus kam. Experten der Neurologie garantierten ihr so gut wie keine Überlebenschance, aber Gott ist so gnädig. Zu Gottes Zeit wird euch Geschwistern von dieser Geschichte berichtet werden.

Aus kopierrechtlichen Gründen ist der Link zu einem erschreckenden Video angefügt und kann unter http://www.youtube.com/watch?v=_2yCWWOq0iA eingesehen werden sowie ein weiteres unter http://www.youtube.com/watch?v=h_aO–aWFC0.

2015 Neujahrskarte

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