Mal ganz was anderes…

Typische Männlichkeit

Ihr wollt wissen, was Männlichkeit ist? Ich wusste es auch nicht, deshalb wählte ich eine schräge Art, um meine eigene Männlichkeit zu beweisen. Mein Name ist John und als ich gerade achtzehn Jahre alt wurde, kramte ich meine nötigsten Sachen heraus, packte sie in meinen Rucksack und begab mich auf die Reise. Eine Reise ins Unbekannte. Ich wollte ein Mann sein und mich wie ein Mann fühlen. Allein aus diesem Grund wagte ich diesen Schritt, ins Nichts. Kurz vor meine Abreise, drückte mir mein Vater mir noch eine Karte in die Hand und ließ mich sorgenfrei gehen. Die Sonne brannte an diesem Tag. Als ich an einer Weggabelung ankam, wusste ich nicht so recht wohin ich gehen sollte. Ich horchte in meinen Bauch hinein, doch der war gerade durch die Hitze auf Sendepause. Da tippte mich ein Mann von hinten an. Groß gebaut, seine Kleider waren weiß und strahlten wie die Sonne.

„Kann ich dir vielleicht helfen? Du siehst ein wenig verirrt aus“, frug er mich, während er ganz nah an mich herankam.

Ich machte einen Satz zurück und erwiderte: „Ne vielen Dank, ich komme schon klar! Immerhin habe ich eine Karte!“ Jedoch wusste ich die Karte nicht wirklich zu lesen. Trotzdem setzte ich meine Reise voller Begeisterung fort. Ich übernachtete in Pensionen, Bauernhöfen oder im Freien. Als ich wieder einmal nicht wusste, wie ich durch diesen dichten Wald kommen sollte, tippte mich wieder jemand von hinten an. Ich erschrak. Es war der gleiche Mann wie an der Weggabelung. „Sagen sie mal sind sie mir etwa gefolgt? Sind sie geisteskrank oder so was?“

„Tut mir Leid. Ich war zufällig in der Nähe und ich fand, dass du aussahst, als hättest du dich verirrt!“

„Dann sage ich es ihnen eben nochmal Herr ‚Leuchtkraftmann’. Ich habe eine Karte!“

„Und welchen Weg wählst du, um aus diesem dichten Wald hinaus zu kommen? Es wird bald dunkel.“

Er hatte mich erwischt! Meine aufgesetzte Sicherheit zeigte bei ihm keine Wirkung. Ich wusste tatsächlich nicht, wie ich hier rauskommen sollte. Deshalb ließ ich mich von ihm führen.Als nun endlich die Bäume vor meinem Angesicht verschwunden waren, zischte ich davon, ohne Danke zu sagen. Tage vergingen. Mittlerweile war ich schon mehrere Kilometer von zu Hause fort.Dann war es wieder so weit, ich wusste nicht wohin ich sollte. Die Karte half mir auch nicht weiter und niemand war in der Nähe, um mich hier aus diesem Dschungel herauszuführen. Da tippte mich wieder jemand von hinten an. Ich ahnte es schon, hielt es aber für einen Traum. Tatsächlich, Herr Leuchtkraftmann wieder. „Sie sind doch ein Freak! Waren sie wieder zufällig in der Nähe“, fragte ich ihn ironisch.

„Du hast es erfasst! Erlaubst du mir, dass ich dich führe?“

Missmutig willigte ich ein, denn er war meine einzige Lösung. Wir kamen an einem Sumpf und an einem steilen Abhang vorbei.

„Du wärst beidem zum Opfer gefallen, wenn du meine Führung abgelehnt hättest!“Ich wusste, dass er Recht hatte.

Als wir aus dem Dschungel kamen, erkundigte ich mich bei ihm: „Woher kennen sie denn bitte immer den Weg? Und brauchen nicht mal die Karte dafür!“

Mit einem breiten Grinsen erwiderte er: „Ich habe die Karte entworfen.“

Anschließend fügte er mit autoritärer Stimme hinzu: „Es liegt allein an dir, ob du Manz genug bist, dich mehr auf mich, als auf die Karte zu verlassen, die du nicht zu lesen verstehst!“

Fussball: KSC - Duesseldorf, 04.05.2014
Baby games 6

1 Comment

  1. Wirklich eine wundervolle Geschichte! Danke

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