Mal ganz was anderes…
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Die Reformatoren: John Wycliff Teil 2

Wycliff bekämpfte in den darauf folgenden Jahren, die Zuverlässigkeit und Gültigkeit der Bibel. Von seitens der Regierung wurde er weiterhin unterstützt. Die Kirche war bislang immer noch mit internen Problemen beschäftigt, die sie selbst geschaffen hatten. Immer wieder wurde Wycliff als Irrlehrer bezeichnet. Die Kirche behauptete, dass immer eine offizielle Interpretation der Bibel durch die Kirche vonnöten sei.

Wycliff geht in die Offensive

Er war nicht der Meinung, dass es einer ” offiziellen ” Interpretation der Bibel bedürfe. Er war überzeugt, dass die Bibel auch vollkommen unkundigen Menschen in die Hand gegeben werden könne. Anders als die Kirche predigte Wycliff, dass die wahre ” Gemeinde” aus dem gesamten erwählten Volk Gottes bestünde, nicht nur aus den Leitern der Kirche! Aus dieser Überzeugung heraus, trat er vehement dafür ein, dass jeder der auf den Herrn vertraut, das Recht besitze, sein Wort zu kennen. Er sagte: ” Alle Christen und besonders auch die Laien, sollten die Heiligen Schriften kennen und diese verteidigen in der Sanftmut Christi.” Aus dieser Aussage wird deutlich, dass Gott noch einen größeren Plan mit John Wycliff vorhatte! Fast niemand in England war in der Lage die Bibel zu lesen, denn sie war nur auf Latein zugänglich. Diese Sprachbarriere ermöglichte es der Kirche die Menschen zu kontrollieren, weil nur die Gelehrten, also die Priester, die Bibel lesen konnten. Die Katholiken waren empört über Wycliffs Aussage, die Bibel sei die einzige Quelle für Kirchliche Lehren und Dogmatik. Für sie bildete die Kirche ( Priester,Mönche,Bischöfe) die einzige Quelle aller Lehren.

Wycliff wird Präziser

Wycliff nahm sich vor eine klare Trennung zwischen den von Menschen entwickelten Vorstellungen und den von Gott John Wycliffgegebenen Prinzipien der Bibel! Gegen diese katholischen Irrlehren bezog er Stellung!

  1. Er stellte sich gegen das vorgeschriebene System von Buße.  ( Die Katholiken lehrten das Volk, man müsse zu einem Priester gehen und seine Sünden bekennen, andernfalls gäbe es keine Vergebung der Sünden)
  2. Er stellte sich gegen ein falsches Verständnis von Absolution. ( Die Katholiken lehrten, dass ausschließlich ein Priester, Bischof oder anderer Geistlicher einen Menschen von der Schuld der Sünde befreien könnte.
  3. Er stellte sich gegen Ablassbriefe. ( Die Kirche lehrte , dass die Menschen sich durch Ablassbriefe vom Fegefeuer-einem Aufenthaltsort nach dem Tod, an dem man die Folgen sündigen Verhaltens abbüßen müsse-freikaufen könnte.
  4. Er forderte, dass aus dem Wort Gottes gepredigt wird. ( Damals war es nicht, wie heute üblich, dass tatsächlich aus dem Wort Gottes gepredigt wird. Die Priester sahen in ihrem geistlichen Amt, lediglich einen Beruf der sie materiell versorgen würde. Das klare Bewusstsein, dass es um viel mehr ging als nur ein Beruf, war ihnen nicht klar und ignorierten dies.

Wycliffs bekannteste Kontroverse

Im Jahre 1379 wandte er sich gegen eine Praxis in der Kirche, die selbst seine besten Freunde in Sorge stürzten. Sie entspann sich über die Eucharistie, das Heilige Abendmahl. Die Katholiken vertraten die Lehre der Transsubstantiation( Damit ist gemeint, dass Brot und Wein sich bei der Feier einer Messe, tatsächlich in Leib und Blut Jesu Christi verwandeln, dabei aber das Aussehen von Brot und Wein behalten. Wycliff beurteilte die Transsubstantiation als absolut unbiblisch.

Wycliff verliert an Einfluss

1380 wurden nun auch in Oxford Maßnahmen gegen Wycliff ergriffen, weil er nun das Fass wahrlich zum überlaufen gebracht hatte. Er selbst hingegen, sah sich in seiner Position als treu und Verteidiger der Wahrheit, dennoch war der Gegenwind für ihn nicht leicht zu ertragen. Seine Schriften wurden verurteilt und er tauchte unter bis zum Mai 1381. Er legte alle seine Ämter in Oxford nieder. Dies viel ihm besonders Schwer, weil sich sein Leben bislang im Rahmen der Universität abgespielt hatte. Er zog sich in eine abgelegene Gemeinde in Lutterworth zurück und war damit quasi isoliert.

Wycliffs größtes Projekt 

Anfangs hatte Wycliff das Gefühl auf sich allein gestellt zu sein. In dieser Phase wandte er sich an den Herrn und bat um Führung. Er empfing eine Inspiration und erkannte, dass Lutterworth für ihn kein finsteres Gefängnis sei, sondern ein Ort an dem Gott ihn geführt hat, um die größte Vision seines Herzens verwirklichen zu können. Genau dafür, ist er heute bekannt. Dort machte er sich ans Werk, die Übersetzung der Bibel aus dem Lateinischen ins Englische. Eine Aufgabe, die für die damaligen Möglichkeiten fast unmöglich schien. In ganz Europa, hat es noch nie eine Bibel in der Sprache des Volkes gegeben, die Druckerpresse war noch nicht erfunden und die meisten Menschen in England waren Analphabeten.

Die fünf Regeln für das Bibelstudium

Sein Herz schlug wahrlich für das einfache Volk. Im war es bewusst, dass selbst wenn es eine Bibel in der eigenen Sprache verfügbar wäre, sie nicht wissen würde wie man mit ihr richtig umgeht. Daher entwickelte er fünf Grundregeln für das Bibelstudium.

  1. Beschaffe dir einen zuverlässigen Text
  2. Erwirb Einsicht in die innere Logik der Schrift
  3. Vergleiche die einzelnen Teile der Schrift miteinander
  4. Forsche mit Demut in der Schrift
  5. Nimm an, was der Geit dir mitteilt

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