Mal ganz was anderes…
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Die Reformatoren: Jan Hus

Jan Hus wurde 1372 als Sohn armer Bauern geboren. Er wuchs im Dorf Husinec auf, das am Fluss Blanice im südlichen Böhmen liegt. Hus stand seiner Mutter sehr nahe. Sie war es, die ihm in jungen Jahren das Beten lehrte und ihm immer wieder sagte-er möge auf Gott vertrauen. Sie war es auch, die in ihm den Wunsch weckte, Priester zu werden.

Das Goldene Zeitalter

Jan Hus wurde in eine Zeit geboren, die man als das ” Goldene Zeitalter” bezeichnete, eine Bezeichnung, die auf den Einfluss des mächtigen Kaisers Karls IV. zurückgeht. Als er den Thron bestieg, verließ er Rom und residierte in seinem Heimatland Böhmen. Er verwandelte Prag in eine der schönsten Städte Mitteleuropas. Der Kaiser wollte Prag zu einem Zentrum der Bildung und Ausbildung machen.

Hus’ Mutter wollte die sich durch die Universität bietende Möglichkeit nutzen und ihrem Sohn eine gute Ausbildungsmöglichkeiten ermöglichen, durch die er gute Zukunftsaussichten besitzen würde. Sie spürte, dass aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Möglichkeit und des gesellschaftlichen Umfeldes das Priesteramt der beste Beruf für ihren Sohn sein würde. 1378, als Hus gerade mal fünf oder sechs Jahre alt war, erschütterte das Große Abendländische Schisma die Christenheit.

Außerhalb von zu Hause

Den ersten Schritt zu einer guten Ausbildung tat er im Alter von 13 Jahren. Seine Mutter brachte ihn in die Handelsstadt Prachatitz und meldete ihn dort in der Grundschule an. Das damalige Schulsystem funktionierte anders, als wie wir es heute kennen. Die Kinder durften erst ab dem Alter von 12 Jahren eine Schule besuchen und die meisten Familien konnten sich den Luxus eines Schulbesuches nicht leisten.

Dort erwarb er sich, für seine Zeit,dass prägende Grundwissen und eignete sich insbesondere Grundkenntnisse der lateinischen Sprache an.Diese Kenntnisse waren ein Fundamentaler Schritt auf dem Weg zum Priester, da die Bibel, wie wir schon aus dem Kapitel von John Wycliff erfahren haben, nur auf Latein in Form der Vulgata( lateinischer Bibeltext) zur Verfügung stand.

Eigentlich “Husinec” aber doch lieber “Hus”

1386 verließ er Prachatitz und siedelte nach Prag über, wo er eine Vorbereitungsschule auf die Universität besuchte.1390, im Alter von 18 Jahren, wurde Hus als Student in die Universität von Prag aufgenommen. Nur wenige aus seiner Heimat haben dies geschafft. Als er in die Uni eintrat, entschied er sich, seinen Namen zu ändern. Er wollte nicht als “ Jan aus Husinec” bekannt sein, daher nannte er sich von nun an ” Jan Hus”.

Die erst falsche Motivation

Wie viele andere, verdiente Hus sein Geld damit, indem er in der Kirche sang. Obwohl er häufig hungern musste und kaum Jan Husdas nötigste zum Leben besaß, sagte er im späteren Lebensjahren rückblinkend auf diese Zeit:” Als ich ein hungriger Student war, machte ich mir öfters einen Löffel aus Brot, den ich benutzte, um meine Erbsen zu essen…bis ich schließlich auch den Löffel verspeiste”

Hinzu kam auch noch, das die Priester die Kirchensänger oftmals um ihren Lohn betrogen. Während er sich abmühte sein eigenes Überleben zu sichern, fiel ihm immer wieder auf, wie viel die Priester zu essen hatten und wie fröhlich sie waren. In seiner Vorstellung war das Priesteramt äquivalent mit einem hohen Lebensstandard und einer respektablen Position zu setzten.

Später räumte er ein, dass er anfangs nicht nur aus geistlichen Gründen Priester werden wollte, sondern weil er sah, dass die Priester stets wohlhabend waren. Er war der Meinung das er als Priester sofort ein reicher Mann sein würde. Wäre er reich gewesen hätte er keiner Probleme gehabt, seine Ziele zu verwirklichen. Geld spricht seine eigene Sprache.  Da es Hunderte von Priesterstellen in Prag gab, hätte er durch sein Geld schnell in eine einflussreiche Position gelangen können. Da er jedoch arm war, musste er sehr hart arbeiten, um zu beweisen, dass er für das Priesteramt geeignet war und musste darauf hoffen, dass man ihm eine Stelle als Priester anbieten würde.

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