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Die Reformatoren: Jan Hus Teil 3

Hus blieb ein engagierter Katholik, er predigte aber mit deutlichen  Worten, dass nichts dem geistlichen Leben so großen Schaden zufügte wie die Sünden der Priester. Hus war nicht in erster Linie auf eine radikale Veränderung der Lehren der Kirche aus, sondern drang darauf, dass die Kirche so lebte, wie es der Würde ihrer Berufung entsprach. Eine seiner fundamentalen Thesen über die Priester lautete: Die wahre Autorität eines Priesters ist abhängig von seinem Charakter, nicht von seinem Amt.

Was ist Simonie?

Das Wort geht zurück auf die biblischen Berichte über Simon, der den Aposteln Geld anbot, um die Kraft des Heiligen Geistes zu erhalten. Als Simon sich die Kraft Gottes mit barem kaufen wollte, sagte Petrus zu Simon, dass sein Geld mit ihm ins Verderben fahren würde, weil Simon der Meinung war, Gott und seine Kraft sei auch käuflich, fern jeder intimen Beziehung. Zur Zeit Hus war Simonie in der Kirche weit verbreitet, insbesondere durch den Verkauf von Ablassbriefen, Vergebungszuspruch und Ähnlichem. Hus trat sehr vehement gegen die Simone auf.

Seine Botschaft an das Volk

Hus war wahrlich ein fürsorglicher Hirte. Seine Schafe waren ihm äußerst wichtig. Er versuchte die Menschen zur Reife St Mary's Church Prahazu führen und ihnen Einsicht zu vermitteln in die Aussagen des Wortes Gottes. Er lehrte sie auch weise zu werden und nicht den gesunden Menschenverstand zu verlieren, nur weil sie Christen waren.

Falsche Behauptungen

Zbynko, der junge und reiche Erzbischof von Prag, gefiel die Kühnheit von Jan Hus. Die beiden wurden Freunde und Zbynko zog Hus ins Vertrauen. 1403 und 1404 richtete Zbynko jeweils eine Synodalkonferenz aus, in der Hus Hauptsprecher war. Die Konferenzen waren gut besucht, somit nutzte Hus diese Gelegenheit und predigte in voller Kühnheit. Dies hatte zur Folge, dass sich ein eisiges Schweigen im Saal ausbreitete. Einige Priester waren von seiner revolutionären Art wie angewurzelt. Zbynko hingegen, freute sich über das, was er hörte und war von Hus sehr angetan. Er nahm einige Überzeugungen der tschechischen Reformation und führte diese verbindlich in Prags Kirchen ein.

Fünf Jahre lang war Zbynko ein begeisterter Anhänger der tschechischen Reformbewegung und unterstütze sie. Seine Haltung veränderte sich jedoch mit der Zeit aufgrund seiner Liebe zum Geld und Machtinteressen.

1404 wurde Zbynko berichtet, dass in Italien und bestimmten Regionen Böhmens das wirkliche Blut Jesu auf dem geheiligten Brot und Wein aufgetaucht wäre. Zbynko misstraute, diesen Berichten, daher wählte er Hus, Stanislaus und weitere Männer aus, dieser Sache auf den Grund zu gehen.

Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei diesen Behauptungen um Lügen handelten. Das sogenannte Wunder war von einem Priester erfunden worden, der mithilfe der Berichte zu Geld kommen wollte, um damit eine niedergebrannte Kirche neu aufzubauen. Hus ging gegen den Priester vor uns ließ ihn festnehmen. Er verabscheute es, wenn man versuchte die Menschen zu täuschen.

Jan Hus die lebendige Stimme des Evangeliums

Mittlerweile war Jan Hus schon vier Jahre Priester. Er liebte die Menschen mit aufrichtigen Herzen und wollte sie zu einem besseren Leben verhelfen. Eine Maßnahme bestand darin, der tschechischen Muttersprache zu höherem Ansehen zu verhelfen. Hus verbesserte das tschechische Alphabet, indem er das lateinische Alphabet an die tschechische Sprache anpassteJan Hus Denkmal

1406 überarbeitete und verbesserte Hus das tschechische Neue Testament. Er überarbeitete auch Teile des Alten Testaments. Gegen Ende seines Lebens begann Hus mit der Überarbeitung der gesamten tschechischen Bibel, weil er erreichen wollte, dass sie leichter lesbar würde.

Er kämpfte unerschrocken für das Recht des tschechischen Volkes, die Bibel in seiner Muttersprache zu lesen. Als ihm zu Ohren kam, dass einige Priester den Tschechen verboten hatten, die Bibel in ihrer Muttersprache zu lesen, rügte er sie mit scharfen Worten und wies darauf hin, dass Johannes sein Evangelium auf Griechisch geschrieben hatte, Simon das Evangelium auf Persisch verbreitet und Bartholomäus auf Hebräisch gepredigt hatte. ” Warum dürfen dann die Priester dem Volk verbieten, das Gesetz Gottes auf Tschechisch zu lesen?”

Hier zum vierten Teil

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