Die Geschichte des weisen alten Mannes Teil 5

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Der Alte liebte es in seiner, von ihm kreierten, Welt zu wandeln. Besonders, wenn der Tag noch kühl war. Er kam zu seinem Geschöpf und sprach: „Na wie geht es dir denn heute?“

„Mir geht es wunderbar wie immer, danke der Nachfrage. Wie geht es dir denn?“ Der Alte lachte herzhaft: „ Mir geht es ebenso wunderbar! Ich sehe du hast allen Geschöpfen schon Namen gegeben?“ „Das war einfach! Ich sah sie an und wusste sofort, wie sie heißen sollten.“ Als die beiden, Schöpfer und Geschöpf, die prächtigen Tiere betrachteten, wie sie dort herumtollten, bemerkte der Alte, dass der Mensch betrübt wirkte. Jedes Tier hatte seines gleichen gefunden, seinen einen, gleichwertigen Partner. In seinen Augen las der Alte, dass sein Mensch sich genau nach so einer Partnerschaft sehnte, denn er war der einzige Mensch im Garten. „Ich habe eine fantastische Idee, wie ich ihn überraschen kann!“ sprach der Alte zu sich selbst und ließ in der kommenden Nacht einen sehr tiefen Schlaf auf seinem Menschen kommen. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht und vorsichtig auf Zehnspitzen wandelnd, näherte er sich seinem Menschen. „So, dann wollen wir mal an die Arbeit gehen.“ kicherte er vor sich hin. Er freute sich, wie ein Kind, das an Weihnachten darauf wartet seine Geschenke auspacken zu dürfen. „Nicht aus dem Erdboden kann ich sie schaffen, sie muss speziell sein und perfekt auf ihn abgestimmt.“ Der Alte verschränkte seine Arme hinter dem Rücken und drehte eine Runde um seine Kreativität anzuregen. „Bingo, ich hab’s!“ schrie er freudig, hielt sich aber dann schnell den Mund zu, um den Mensch nicht zu wecken. Der Alte näherte sich wieder seinem Menschen, erblickte ihn und nahm von ihm eine Rippe. Die offene Stelle verband und verschloss er in seiner Allmacht wieder. Aus dieser Rippe formte er seinesgleichen, eine Frau. Am nächsten Tag rief ihm der Alte zu: „ Meeeensch komm mal schnell herüber, ich muss dir etwas Brillantes zeigen!“. „Hat er etwa im Lotto gewonnen oder warum ist er so übermäßig gut drauf?“, fragte sich der Mensch. Als er sich dem Alten näherte erkannte er, wie jemand bei ihm stand, doch wusste nicht wer das war. Kleiner als er, zierlich, prächtiges langes Haar und wunderschöne Kurven. Seine Augen wurden größer, seine Schritte beschleunigten sich. Als er nun vor ihr stand erkannte er, dass sie Gebein von seinem Gebein sei, Fleisch von seinem Fleisch.Adam und Eva Ohne viele Worte war die Verbindung ihrer Herzen schon hergestellt. Mit seinen kräftigen, muskulösen Armen ergriff er sie und hob sie mit Freude in die Luft. „Woooooow bist du schön!“ sagte er zu ihr. Beide waren sie nackt, doch das störte niemanden. „Ich lasse euch zwei mal alleine!“ sagte der Alte beglückt und entfernte sich langsam von ihnen. Dass er sich absentierte wurde von beiden  gar nicht wahrgenommen, weil sie so in Gefühlswellen verweilten. „So gefällt mir der Mensch schon viel besser. Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine wäre, jetzt hat er jemanden seinesgleichen, jemanden mit dem er sein Leben teilen kann. Ambrosisch!“ Die beiden schwelgten ihn Liebkosungen und lernten sich immer besser kennen. Ihre Lebensqualität in diesem wunderbaren Garten wurde durch ihre aktive Gemeinschaft auf eine höhere Dimension erhoben. Nachdem er sie ihre Flitterzeit hat genießen lassen, erinnerte der Alte beide noch einmal an eine überaus wichtige Sache, die er dem Manne zuvor schon mitgeteilt hatte. „Denkt daran, dass ist das Gebot, das ich euch gebe:  Ihr seht und kennt die Zwillingsbäume. Von diesem Baum, sollt ihr niemals essen! Von jedem Baum dürft ihr, ich habe genug für euch geschaffen, aber nicht von diesem Baum, der Zwillingsbäume. An dem Tag, an dem ihr davon esst, müsst ihr sterben.“ Der Diener, den der Alte ebenfalls in seine erschaffene Welt verbannt hatte, bekam von allem Wind. Noch dezidierter er, beobachtete jeden Schritt des Alten und seiner Geschöpfe. „Er sagt also, wenn sie von diesem Baum essen, müssen sie sterben. Interessant! Wieso Adem Und Eva & Schlangeschafft der senile Knacker überhaupt etwas in ihrer Umgebung, dass für sie schädlich ist?“ sprach der gefallene Diener zu sich selbst. „Ich habe die Antwort dazu nicht! Kann mir auch egal sein, ich weiß was ich tun muss, um sie zu zerstören.“ fügte er hämisch hinzu. Er verwandelte sich in eine listige Gestalt und wartete auf den perfekten Zeitpunkt! Als dieser gekommen war, sprach er zu der Frau: „Sollte der Alte wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen sollt?“ „Von den Früchten aller Bäume dürfen wir essen, nur von diesem Baum der Zwillingsbäume dürfen wir nicht essen hat der Alte gesagt, weil wir sonst sterben werden!“ „ Keineswegs werdet ihr dann sterben, sondern der Alte weiß, an dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet exakt so sein wie der Alte. Dann seid ihr auf der gleichen Stufe und werdet erkennen was Gut und was Böse ist!“ erwiderte der gefallene Diener und diffamierte damit den Alten. Die Frau sah nun den Baum mit anderen Augen an als zuvor. Er bekam lieblich in ihren Augen und schmackhaft zur Speise. Der Baum bekam nun eine Anziehungskraft, die er vorher nicht gehabt hatte. „Die Frucht macht mich also weise!“ sprach die Frau zu sich selbst, während sie ihn neugierig anstarrte. An die Worte und Warnung des Alten dachte sie nicht mehr. Gepackt von der Lust und Begierde, nahm sie von seiner Frucht und aß. Ebenso gab sie auch ihrem Mann, der bei ihr stand von der Frucht und auch er lehnte sie nicht ab, korrigierte seine Frau nicht, sondern aß ebenso. In dem Moment, in dem sie davon aßen, begannen ihre Herzen stark an zu pochen, ihre Körper fingen an zu vibrieren, zu schwitzen, Krämpfe ereilten sie und sie stießen Schreie aus. Ihr Inneres fühlte sich so an, als ob eine Bombe detoniert wäre und schlussendlich wurden ihre Augen aufgetan, so als fielen Schuppen von ihren Augen. „Du bist nackt!“ sprach die Frau zu ihrem Mann. „Du ja genauso!“ „Was ist passiert?“ fragte die Frau. „Los schnell, bedecken wir uns mit diesen Feigenblättern!“ Der gefallene Diener lachte insgeheim.

Mann und Frau vernahmen die Stimme des Alten, der im Garten wandelte. Jetzt fürchteten und schämten sie sich. Deshalb versteckten sie sich vor dem Alten. „Mensch? Wo bist du?“ rief der Alte mit gekränkter Stimme.

„Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackt, nur deshalb habe ich mich verborgen.“

„Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich sagte du sollst nicht davon essen?“ fragte der Alte erstaunt und wissbegierig.

„Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir und ich aß!“

„Warum hast du das getan?“ fragte der Alte die Frau.

„Dieses da hat mich verführt und ich aß.“ antwortete die Frau.

Der Alte verfluchte daraufhin das Ding dafür, die Frau verführt zu haben und setzte Feindschaft zwischen ihm und der Frau.

Zu ihr sprach er: „Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und dein Verlangen wird nach deinem Mann sein, er aber soll über dich herrschen.“

Zu dem Manne sprach er: „Weil du der Stimme deiner Frau gehorchst hast und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot nicht zu essen, so sei der Erdboden um deines Deinetwillen verflucht. Mit Mühe sollst du dich davon nähren, dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen und du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub und zu Staub wirst du wieder zurückkehren.“ Dem Alten zerriss es das Herz, dass er jetzt verpflichtet war so zu handeln, sein Herz weinte. „Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner indem er erkennt, was Gut und Böse ist. Nun aber, dass er nur nicht erneut seine Hand ausstrecke und noch von dem anderem Zwillingsbaum isst und ewig lebt.

Adam und Eva SündeSo blieb dem Alten nichts anderes übrig als das totale Urteil, die Verbannung aus dem Garten. Außerhalb des Gartens, der für den Menschen bestimmt war, sollte er den Erdboden bearbeiten. Er rief zwei seiner treuen Diener als Wachen herbei. Mit flammen, blitzenden Schwärten sollten sie den Weg zum anderen Zwillingsbaum bewachen. Die beiden Bäume waren disjunktiv. Somit begann das Leben, getrennt vom Alten.

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