Mal ganz was anderes…
Selketalbahn Harz

Der große Mann im kleinen Haus (2)

,, Junger Mann wissen Sie wirklich, auf was Sie sich da einlassen? ‘‘ Mittlerweile waren es kurz nach Mitternacht und die Lokomotive hatte schon angesetzt zur Fahrt nach <<Heartvillage>> Der Junge Lionel saß ganz vorne in einem äußerst vermoderten und übel riechenden Wagon, als eine ältere Dame ihn an stupste und nach seinem Ziel fragte. Es schien so unrealistisch,dass ein junger Mann einen solchen Weg auf sich nahm, um eine Stadt wie jene zu besuchen. Die Lokomotive fuhr voller Kraft voraus und der Wagon, der sich mittlerweile mit etlichen Personen gefüllt hatte, wurde immer stickiger. ,,Ich rede doch mit Ihnen‘‘, wiederholte die ältere Dame jedoch diesmal mit ein bisschen mehr Nachdruck, sodass Lionel sich nun auch dessen bewusst wurde, dass er angesprochen wurde.

So vertieft und voller Sehnsucht wie er war, das Besondere, Neue, Großartige zu entdecken was er nicht kannte fiel ihm nicht einmal auf das man mit ihm sprach. ,, Ja Madame, Heartvillage ist ein besonderer Ort, da sind so viele Menschen, die ich sprechen, sehen und denen ich helfen möchte, wieso sind Sie so skeptisch‘‘, antwortete er ihr, als sie sagte: ” Lieber junger Mann, ich weiß nicht, von welchem Planeten Sie stammen, aber ganz bestimmt nicht von diesem hier, sonst würden Sie nicht so fragen oder reden.

Heartvillage ist eine Stadt, die schon von etlichen Menschen besucht wurde. Es waren Menschen dort, die sprachen von der Zukunft, es kamen Generäle und sprachen Drohungen aus, es befanden sich unter Ihnen auch einige, Lehrer, Wunderheiler und Boten, die Wunder vollbrachten und Botschaften des großen Königs übermittelten , aber noch nie hatte es jemand wirklich geschafft, diese Menschen zu verändern. Und glauben Sie mir, das wird niemals geschehen, jedenfalls nicht, so lange ich lebe.‘‘Der junge König war ergriffen von dem Gesagten und lauschte jedem einzelnen ihrer Worte, als sich plötzlich ein Herr umdrehte und Lionel ganz fest ansah: ,, Doch, es gibt Rettung uns wurde versprochen, dass jemand kommen und das System verändern würde. Die Menschen sind von Grund auf böse, egozentrisch und machthungrig, aber am allermeisten sind Sie in ihrem Denkvermögen limitiert.

Menschen sind schwach und brauchen einander, auch wenn Sie es nie gerne zugeben möchten. Man sagte uns vor langer Zeit, da war ich noch ein kleines Kind, dass Heartvillage eines Tages mit Liebe erfüllt werden würde und dass diese Liebe von einem jungen Mann käme. ,,Papalappap Märchen‘‘, grunzte ein älterer Herr hinter seiner Zeitung und blickte skeptisch durch seine Hornbrille :,, Heartvillage ist der Abgrund, wie sollte aus dieser Stadt etwas Gutes hervorspringen?‘‘ ,, Die Hoffnung stirbt zuletzt und im Glauben liegt die Kraft, das Unmögliche, möglich zu machen, entgegnete ihm der Mann , der als Kind von der Legende gehört hatte.

Die alte Dame lachte nun gehässiger und blickte Lionel an, als wolle sie sagen <<Siehst du, gib es einfach auf>>. Doch was dann geschah, war äußerst kühn und erstaunlich. Lionel stand auf, blickte durch das Abteil und sprach:>> Es ist das Herz, offensichtlich machten alle etwas falsch. Sie sprachen über richtige und wichtige Dinge, die ich nicht für eine Lüge erklären will, aber sie eroberten die Herzen nicht. Es fehlte ihnen an Liebe und Barmherzigkeit sich derer anzunehmen, die gebunden und gefesselt waren, die aus ihren aussichtslosen Situationen nicht herausbrechen konnten. Alle prangerten die Oberfläche an und verurteilten die Menschen, anstelle Sie zu retten, aber wie soll ein Mensch sich verändern, wenn man nicht zu allererst das Innere seines Herzens mit Wahrheit und Liebe berührt?

Der Schlüssel zum Schatz eines Menschen ruht in seiner Persönlichkeit. Sie werden erst dann in der Lage sein, das Richtige zu tun und sich an Regeln zu halten, wenn sie verstanden und angenommen sind, akzeptiert und wertgeschätzt. Alles andere führt zur Revolution gegen sich selbst und erst recht gegeneinander. ‘‘ Es schien für einen Moment, als würde der gesamte Kosmos angehalten und ein leuchtender Stern die Wolken am Firmament durchdrungen haben, so dass jeder von Nah und Fern ihn erkannte. Der ältere Mann mit der Hornbrille blickte Lionel an und sagte sich: ,, Mit was für einer Vollmacht sprichst du? Und woher kommst du? ‘‘ Doch ehe sie das Gespräch weiterführen konnten, bremste die Lokomotive scharf ab und kam zum Stillstand.

Lionel lächelte und verabschiedete sich, indem er sagte:>> ” Ich bin nicht gekommen, um zu richten, aber ich bin gekommen, um die zu retten, die einsam sind, weil es die Kranken sind die den Arzt brauchen. ‘‘ Er ergriff seinen Rucksack und seinen Koffer und verschwand aus der Wagontüre in Richtung Ausgang und huschte die Treppen runter raus an die frische Luft. Sein Herz klopfte nun noch lauter als zuvor und er war gespannt was er wohl antreffen möge. Endlich war er angekommen, endlich war es nur noch einen kleiner Weg um die Ecke.

Die Luft war kühl und der Geruch fremd. Die Lokomotive hatte wieder angesetzt und war startbereit, als Lionel noch einmal die ältere Dame und den Mann mit der Hornbrille am Fenster sitzen sah, die ihn anblickten als würden Sie sagen: ,, Es gibt doch noch Hoffnung. ‘‘ Die Straßenleuchten leuchteten teilweise schwach oder gar nicht und es lag Finsternis über der ganzen Stadt.

Lionel kannte niemanden und musste erst einmal eine Bleibe finden, da rempelte ihn plötzlich mitten auf dem Weg eine junge Frau an. Diese sah total zerzaust und verwirrt aus und wurde von etlichen Polizisten verfolgt. Sie packte Lionels Mantel und verkroch sich hinter ihm und wimmerte: ,, Bitte, bitte hilf mir. ‘‘ Die Polizisten rückten näher und forderten Lionel auf, aus den Weg zu gehen. Als dieser fragte: >>Was ist passiert, kann ich helfen warum verfolgen Sie diese Frau<<. ,, Wegen Prostitution und Diebstahl, sie ist es nicht würdig dass sich einer ihrer annimmt und sie gehört fest genommen !“. ” Wer ordnet das an‘‘ fragte Lionel erneut ,, Der König Astrax‘‘. Lionel stockte einen kleinen Moment, als er den Namen seines Vaters hörte, drehte er sich um, blickte die junge Frau an und half ihr, sich aufrecht zu stellen.

Die Männer wurden unwillig und beobachteten unruhig die Angelegenheit. Lionel sagte: ,, Das ist gewiss keine richtige Tugend, aber wer hat von euch noch nie einen Fehler gemacht und gesündigt, so dass er diese Frau nun gefangen nehmen könnte? ‘‘ Dieses Wort war wie ein Stich ins Herz und traf jeden einzelnen der Polizisten, die auf einmal wie gelähmt da standen und sich nicht einmal mehr trauten, die Frau anzurühren. Die Funkstille wurde lauter und verwundert fragten Sie sich: << Wer ist dieser, dass er redet und wir gehorchen? Woher kommt dieser junge Mann? << Die Männer konnten nichts mehr sagen und traten ganz von selber rückwärts, leise ab.>> Nun standen Lionel und die Frau alleine auf der Straße und er sagte zu ihr: ,, Wo sind die jenigen, die dich verurteilen? Geh hin und mache so etwas nicht mehr.”

Die junge Frau lächelte kurz zurück und wusch ihre Tränen ab. Er verabschiedete sich von ihr und zog seines Weges, als Sie plötzlich schrie: ” Herr bitte, bitte ich erkenne Sie sind nicht von hier, ich habe zwar nur ein sehr kleines Haus, aber bitte kommen Sie in mein kleines Haus und seien Sie mein Gast.”

 

Teil 3

Alt gegen neu
Kreuz mit Eigenschaften

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