Mal ganz was anderes…
Noah's Ark

Daniel Aronofskys Film: Noah

Daniel Aronofskys Werk „Noah“, das jetzt die Filmleinwände der Kinos beläuft, ist schon seit der Premiere auf heftige Kritik gestoßen. Der Film basiert auf der biblischen Geschichte von Noah, der von Gott auserwählt worden ist eine Arche zu bauen. Der Grund dafür ist, dass der Schöpfer die Bosheit der Menschheit nicht mehr duldet und sie deshalb richtet. Das Urteil lautet „Die Auslöschung der menschlichen Spezies für einen Neuanfang“. Gerade für diesen Neuanfang wird Noah von Gott auserwählt, damit das menschliche Leben erhalten bleibt. Bevor man über diesen Film urteilt muss man, um ein gutes Urteil fällen zu können, verschiedene Perspektiven einnehmen. Bibeltreue Christen sind empört, die Allgemeinheit sagt: „Guter Film“.

 

Aus der Sicht des Regisseurs 

138 Millionen Euro wurden in den Film von Daniel Aronofsky investiert.  Der Regisseur ist der Urheber eines Filmwerks. Es beinhaltet seine Idee, seine Inspiration, seine kreative Ader. Eine weitere Aufgabe besteht darin, diesen Film für das Auge und Ohr des Zuschauers ansehnlich zu gestalten. Warum? Der Film soll natürlich wirtschaftlichen Gewinn erzielen. Ein Film ist nur dann erfolgreich, wenn er viele Zuschauer findet die bereit sind Geld auszugeben um diesen Film zu sehen. Nun stellt sich die Frage, was macht einen guten Film aus? Spannung, Dramatik, Liebe, Action sind einige Themenbereiche die einen Film attraktiv machen. Was ist ein Film ohne einen Konflikt, ohne Liebesszenen oder ohne Höhepunkte? Solche sind doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Darum finden Dokumentationen, die nur reines Wissen vermitteln wollen, nicht den Anklang wie ein Actionstreifen. Filmregisseure beobachten die Gesellschaft und nehmen Veränderungen wahr, sie wissen was die Leute sehen wollen, deshalb setzten sie ihnen genau das vor. Das ist ihr Job! Deshalb nutzt er dramaturgische Kniffe, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Genau diese hat Daniel Aronofsky in der biblischen Geschichte „Noah“ angewandt.

 

Ausgangsmodell „Geschichte Nohas“

Daniel Aronosky hatte als Modell für den Film den biblischen Bericht über Noah. Dieser erstreckt sich auf 87 Verse (circa zwei Seiten der Bibel), die Bibel selbst besteht aus über 1300 Seiten. Die Geschichte Noahs ist, wie man sieht, in Relation der gesamten Bibel sehr mager. Doch genau das ist es, was uns überliefert ist. Wie also soll Daniel Aronosky aus diesem Material einen Film zaubern, einen der sich gut verkauft? Denn das ist mit Sicherheit eines seiner größten Ziele gewesen! Ein Film, der sich verkauft. Natürlich fügt er, auch deshalb, dem mageren Modell noch mehr Action und Spannung hinzu. Diese liegen aber eben nicht auf biblischen Grund und darum regen sich die Bibeltreuen auf.

 

Was die Bibeltreuen bemängeln

Das ist eine Menge. Zunächst einmal vergisst der Film an vielen Stellen den Bezug zur biblischen Überlieferung herzustellen. Angefangen bei Noah, der in dem Werk nicht als der Gerechte unter seinen Zeitgenossen dargestellt wird. Sogar die tiefe Beziehung, die er zum Schöpfer hatte, wird an keiner Stelle wirklich sichtbar. Noah wird eher nur als der von Gott auserwählte gezeigt, aber das Warum und Weshalb ist eigentlich unklar.

Die größte Kritik liegt darin, dass Daniel Aronofsky Spannung und Dramatik konstruiert, auf deren Kosten der eigentliche Sinn verloren geht. Das heißt: Der eigentlicheSinn der Sintflut wird nicht prägnant genug dargestellt. Fakt ist: Gott richtet die Menschheit aufgrund ihrer Bosheit. Er erwählt Noah und seine Familie, dessen Söhne auch schon Frauen hatten, um nochmal ganz neu anzufangen. Der Neuanfang war Gottes Beschluss und festgelegt und lag nicht in Noahs Entscheidungsgewalt. Das Leben sollte also trotz der Flut weitergehen. Der Schöpfer im Film wird als der Erbarmungslose dargestellt und dieses Bild ist prägend. Doch eigentlich ist genau das nicht der Fall! In diesem Punkt stimme ich der Kritik zu.Noah Tabelle

Deshalb sagte ich einleitend, um ein gutes Urteil fällen zu können muss man den Film aus beiden Blickwinkeln betrachten. Der Regisseur hat nur seinen Job gemacht, er hat versucht aus der kleinen Vorlage einen sehenswerten Film zu gestalten. Ich finde das ist ihm auch gelungen. Lediglich der Wahrheitsgehalt des Filmes lässt, in Anbetracht der Geschichte Noahs, zu wünschen übrig. Das was die Bibel überliefert ist weit von der Story des Films entfernt. Jemand der die Geschichte nicht kennt, läuft Gefahr die Ansicht des Filmes zu übernehmen und bekommt womöglich ein falsches Gottesbild. Der Film regt aber auch dazu an die Geschichte einfach mal selbst zu lesen und genau das ist es, was ich jedem empfehle.

 

 

Its on you
Frohe Ostern

1 Comment

  1. Danke für das differenzierte und gelassene Statement!

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